Am Donnerstag ging wieder einmal ein Jahr zu Ende. Jedoch kein Jahr wie jedes andere. Die Coronapandemie hat uns schwer getroffen und unseren Alltag vor noch nie dagewesenen Problemen gestellt. Daher soll auch dieser Jahresbericht etwas anders ausfallen, als in den Jahren zuvor.

Aber zunächst das Übliche: Ein kurzer Rückblick auf die Einsätze: Im Jahr 2020 mussten wir zu insgesamt 113 Einsätze ausrücken. Ein etwas überdurchschnittliches Jahr. Neben vielen kleinen Einsätzen, mussten wir auch größere und schwere Einsatzlagen abarbeiten. Berichte zu allen Einsätzen finden Sie auf unsere Homepage.

Geprägt war das Jahr jedoch auch bei uns von der Coronapandemie und seine Folgen. Als im März der erste bundesweite Lockdown unser Land stilllegte, mussten auch wir als Feuerwehr schnell reagieren. Als erste Maßnahme wurde der Aus- und Fortbildungsbetrieb vollständig eingestellt. Nur noch absolut notwendige Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft wurden von einem personellen Minimum erledigt. Um jedoch auch im Einsatzfalle das Infektionsrisiko zu minimieren, wurde die Alarm- und Ausrückordnung angepasst. Insgesamt wurde der Kräfteansatz bei Alarmierungen reduziert und eine Vermischung von Einsatzzügen und Einsatzgruppen, soweit es einsatztaktisch vertretbar war, vermieden. Auch die Aus- und Fortbildung auf Landes- sowie Kreisebene wurde vollständig eingestellt.

Nachdem die Maßnahmen erste Erfolge zeigten, konnten wir im Juni mit einem eingeschränkten Dienstbetrieb starten. Ausgebildet wurde jedoch nur unter den jeweils geltenden Abstands- und Hygieneregeln. Außerdem fanden Übungsabende nur in festen Ausbildungsgruppen statt, sodass eine Vermischung aller Kräfte ausgeschlossen war. Auch die Ausbildung auf Landkreisebene wurde eingeschränkt wieder aufgenommen.

Als im Oktober die Fallzahlen jedoch wieder drastisch stiegen, mussten auch wir darauf reagieren und den Dienstbetrieb in Präsenzform erneut einstellen, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr nicht zu gefährden. Schnell war nach dieser Maßnahme die Idee gereift, auf Onlinedienste umzustellen, um auch in präsenzfreien Dienstzeiten nicht vollständig auf Aus- und Fortbildung zu verzichten. Nach einer kurzen Planungsphase, fanden Mitte November erstmalig in der Geschichte der Feuerwehr Emsbüren schließlich Dienstabende im Onlineformat statt. Für alle Beteiligten war diese Form der Ausbildung vollkommenes Neuland. Die Erfahrungen waren jedoch positiv.

Stetige Aus- und Fortbildung ist von hoher Bedeutung, um für die immer komplexer werdenden Einsatzlagen gut vorbereitet zu sein. Lehrgänge konnten nicht mehr besucht werden. Aber auch die örtliche Ausbildung konnte nicht in dem Maße stattfinden, wie eigentlich erforderlich. Im kommenden Jahr sehen wir in der Kompensation der verlorengegangenen Ausbildung die größte Herausforderung.

Nachdem die Coronafallzahlen auch im Dezember weiterhin auf hohem Niveau waren, wurde der Kräfteansatz bei Alarmierungen erneut reduziert. Eine Vermischung von Einsatzgruppen und Einsatzzügen findet aktuell nur bei Großschadenslagen statt und ist derzeit auf ein absolut erforderliches Minimum reduziert. Alle getroffenen Maßnahmen hatten und haben grundsätzlich immer die Sicherung der Einsatzbereitschaft als oberstes Ziel, denn anders als viele andere „Hobbys“ ist das „Ehrenamt Feuerwehr“ systemrelevant. Als kritische Infrastruktur würde ein Ausfall oder eine massive Minderung der Einsatzbereitschaft zu großen Problemen führen. Unsere getroffenen Konzepte haben bislang gewirkt. Die Einsatzbereitschaft war und ist zu keinem Zeitpunkt gefährdet.

Bei all‘ diesen Maßnahmen konnte jedoch ein Bereich der Feuerwehr nicht aufrechterhalten bleiben oder durch andere Maßnahmen kompensiert werden: Die Kameradschaft. Dies trifft uns nach wie vor schwer. Nicht nur Kameradschaftsfeste sind dem Coronavirus zum Opfer gefallen, auch offizielle Anlässe, wie die Jahresdienstversammlung - die u. a. der Ehrung und Beförderung von verdienten Kameraden dient -, die Mitgliederversammlung oder die offizielle Indienststellung des LF 20 KatS konnten nicht stattfinden. Genauso mussten wir den Tag der offenen Tür im und am neuen Feuerwehrhaus im Mai coronabedingt absagen. Aber hier gilt unser Versprechen nach wie vor: Sobald es das Infektionsgeschehen zulässt, wird der Tag der offenen Tür nachgeholt!

Am Ende dieses Jahres bleibt uns trotz aller Schwierigkeiten und Einschränkungen die positive Erkenntnis, dass wir als Feuerwehr auch in schweren Zeiten funktionieren. Auch in Krisenzeiten können sich Emsbürens Bürgerinnen und Bürger auf ihre Feuerwehr verlassen.

Für das neue Jahr hoffen wir, dass 2021 uns allen nicht nur Glück bringt, sondern uns vor allem unseren Alltag zurückbringt. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein frohes und glückliches Jahr 2021. Bleiben Sie gesund! (SB)